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Prozessaudit nach VDA 6.3 systematisch durchführen – Bewertung, Fragengruppen P1–P7 und Dokumentation kompakt erklärt.

Einen Prozessaudit nach VDA 6.3 führt man durch, indem man den Prozess anhand standardisierter Fragengruppen systematisch bewertet, Abweichungen dokumentiert und eine Prozesseignung in Prozent errechnet. Die Norm richtet sich primär an Unternehmen der Automobilindustrie und deren Lieferkette und prüft, ob Fertigungs- und Montageprozesse die geforderte Qualität zuverlässig erzeugen können. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Vorbereitung, Durchführung, Bewertung und Dokumentation.

Welche Anforderungen stellt VDA 6.3 an einen Prozessaudit?

VDA 6.3 ist ein prozessorientierter Auditstandard des Verbands der Automobilindustrie, der Fertigungs- und Dienstleistungsprozesse anhand definierter Prozesselemente bewertet. Die Norm verlangt eine strukturierte Prüfung entlang sogenannter Fragengruppen (P1 bis P7), die den gesamten Produktentstehungsprozess abdecken, und fordert eine quantitative Bewertung der Prozesseignung auf Basis eines Punktesystems.

Die zentralen Anforderungen von VDA 6.3 lassen sich in drei Bereiche gliedern:

  • Prozessorientierung: Im Mittelpunkt steht nicht das Managementsystem als Ganzes, sondern der einzelne Prozess. Geprüft wird, ob Ressourcen, Steuerung und Ergebnisse im Prozess konsistent und nachvollziehbar sind.
  • Fragengruppen P1 bis P7: Die Norm strukturiert das Audit in sieben Prozesselemente, von der Potenzialanalyse (P1) über Projektmanagement (P2 bis P4) bis zur Serienfertigung (P6) und Kundenbetreuung (P7). Jede Gruppe enthält konkrete Auditfragen mit festgelegter Gewichtung.
  • Qualifizierter Auditor: VDA 6.3 verlangt, dass der Auditor eine anerkannte Qualifizierung nach VDA-Standard nachweist. Nur zertifizierte Auditoren dürfen offizielle Bewertungen durchführen.

Ergänzend fordert die Norm eine lückenlose Dokumentation aller Befunde sowie ein nachvollziehbares Maßnahmenmanagement bei festgestellten Abweichungen. Unternehmen, die IATF 16949 zertifiziert sind, nutzen VDA 6.3 häufig als Ergänzung, da beide Normen prozessorientierte Prüfansätze teilen.

Wie bereitet man einen VDA-6.3-Prozessaudit richtig vor?

Eine gründliche Vorbereitung ist entscheidend für einen belastbaren VDA-6.3-Prozessaudit. Sie umfasst die Auswahl des zu prüfenden Prozesses, die Zusammenstellung relevanter Dokumente, die Erstellung einer Prozessaudit-Checkliste auf Basis der VDA-6.3-Fragengruppen sowie die Abstimmung mit den Prozessverantwortlichen vor Ort.

Prozessauswahl und Scope festlegen

Zunächst muss klar definiert werden, welcher Prozess geprüft wird und welche Fragengruppen relevant sind. Bei einem Serienfertigungsprozess stehen typischerweise P6 und P7 im Fokus, während bei einem neuen Lieferanten auch P2 bis P4 geprüft werden. Der Scope sollte schriftlich festgehalten und mit dem Auftraggeber des Audits abgestimmt werden.

Unterlagen und Checkliste vorbereiten

Zu den notwendigen Unterlagen gehören Prozessflussdiagramme, Kontrollpläne, FMEA-Dokumente, Arbeitsanweisungen und Qualitätsaufzeichnungen der letzten Periode. Auf dieser Basis erstellt der Auditor eine Prozessaudit-Checkliste, die alle relevanten VDA-6.3-Fragen enthält und an den spezifischen Prozess angepasst ist. Wiederverwendbare Checklistenstrukturen sparen dabei erheblich Zeit und reduzieren Fehlerquellen bei der Planung.

Abschließend sollte ein Auditplan erstellt werden, der Zeitrahmen, beteiligte Personen, zu besichtigende Bereiche und die geplante Berichterstattung klar regelt. Eine frühzeitige Kommunikation mit den Prozessverantwortlichen sorgt dafür, dass alle benötigten Ansprechpartner und Nachweise am Audittag verfügbar sind.

Wie läuft die Durchführung eines VDA-6.3-Audits ab?

Die Durchführung eines VDA-6.3-Audits folgt einem strukturierten Ablauf: Eröffnungsgespräch, Prozessbegehung mit Befragung und Beobachtung, Dokumentenprüfung, Bewertung der einzelnen Fragen und abschließendes Abschlussgespräch mit den Verantwortlichen. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf und liefert die Grundlage für die Gesamtbewertung.

Im Eröffnungsgespräch stellt der Auditor den Auditplan vor, klärt den Umfang und schafft eine offene Gesprächsatmosphäre. Anschließend folgt die eigentliche Prozessbegehung: Der Auditor begleitet den Prozess direkt am Ort des Geschehens, befragt Mitarbeitende, beobachtet Abläufe und prüft, ob dokumentierte Vorgaben der gelebten Praxis entsprechen.

Jede Auditfrage wird auf Basis von Nachweisen bewertet. Typische Nachweise sind Stichprobenprüfungen, Qualitätsaufzeichnungen, Maschinenfähigkeitsnachweise oder direkte Beobachtungen. Abweichungen und positive Befunde werden sofort dokumentiert, idealerweise mit Foto-Dokumentation direkt vor Ort, um Übertragungsfehler zu vermeiden.

Das Abschlussgespräch fasst die wesentlichen Befunde zusammen, gibt den Verantwortlichen die Möglichkeit zur Rückfrage und legt den nächsten Schritt, nämlich die formale Berichtserstellung und das Maßnahmenmanagement, fest.

Wie wird die Prozesseignung nach VDA 6.3 bewertet?

Die Prozesseignung nach VDA 6.3 wird als prozentualer Erfüllungsgrad berechnet, der sich aus der Summe der erreichten Punkte geteilt durch die maximal möglichen Punkte ergibt. Dabei gilt: Ein Prozess gilt als bedingt geeignet ab 75 Prozent und als geeignet ab 90 Prozent. Werte unter 75 Prozent bedeuten, dass der Prozess als nicht geeignet eingestuft wird.

Jede Auditfrage wird mit 0, 4, 6, 8 oder 10 Punkten bewertet:

  • 10 Punkte: Anforderung vollständig und nachweislich erfüllt
  • 8 Punkte: Anforderung überwiegend erfüllt, geringfügige Abweichungen
  • 6 Punkte: Anforderung teilweise erfüllt, Verbesserungsbedarf erkennbar
  • 4 Punkte: Anforderung kaum erfüllt, wesentliche Mängel vorhanden
  • 0 Punkte: Anforderung nicht erfüllt oder nicht nachweisbar

Besondere Bedeutung haben sogenannte K.O.-Kriterien: Bestimmte Fragen sind als KO-Fragen markiert. Wird eine dieser Fragen mit 0 Punkten bewertet, kann der Gesamtprozess unabhängig vom rechnerischen Ergebnis als nicht geeignet eingestuft werden. Auditoren müssen diese Fragen daher besonders sorgfältig prüfen und dokumentieren.

Der Erfüllungsgrad wird pro Fragengruppe und als Gesamtergebnis ausgewiesen, sodass Schwachstellen auf Prozessebene gezielt sichtbar werden.

Was gehört in den Auditbericht nach VDA 6.3?

Ein vollständiger Auditbericht nach VDA 6.3 enthält Angaben zum Auditumfang und -ziel, die Bewertung aller Fragengruppen mit Einzelpunktzahlen, den Gesamterfüllungsgrad, alle dokumentierten Abweichungen und Befunde sowie die vereinbarten Korrekturmaßnahmen mit Verantwortlichkeiten und Terminen.

Im Einzelnen sollte der Bericht folgende Elemente umfassen:

  1. Deckblatt und Auditinformationen: Auditdatum, geprüfter Prozess, Standort, Name des Auditors und der Ansprechpartner
  2. Zusammenfassung der Ergebnisse: Gesamterfüllungsgrad, Einstufung der Prozesseignung und wesentliche Stärken sowie Schwachstellen
  3. Detailbewertung je Fragengruppe: Punktzahlen, Begründungen und Nachweise für jede einzelne Frage
  4. Dokumentierte Abweichungen: Beschreibung jedes Befundes mit Foto-Dokumentation, Schweregrad und Klassifizierung
  5. Maßnahmenplan: Für jede Abweichung eine konkrete Korrekturmaßnahme, ein verantwortlicher Ansprechpartner und ein verbindlicher Umsetzungstermin
  6. Unterschriften: Bestätigung durch Auditor und zuständige Prozessverantwortliche

Der Bericht muss normkonform erstellt werden, damit er als offizieller Nachweis gegenüber Kunden oder Zertifizierungsstellen anerkannt wird. Automatisiert erstellte Berichte, die direkt aus den erfassten Auditdaten generiert werden, reduzieren den Nachbereitungsaufwand erheblich und minimieren das Risiko von Inkonsistenzen zwischen Rohdaten und Bericht.

Wie unterstützt digitale Audit-Software die VDA-6.3-Durchführung?

Digitale Audit-Software unterstützt VDA-6.3-Prozessaudits, indem sie Checklisten mit den normierten Fragengruppen bereitstellt, die Bewertung automatisch berechnet, Befunde mit Foto und Signatur direkt vor Ort erfasst und normkonforme Berichte auf Knopfdruck generiert. Das ersetzt papierbasierte Verfahren und verkürzt den gesamten Auditprozess erheblich.

Besonders wertvoll ist die Möglichkeit, Audits auch offline durchzuführen, zum Beispiel in Produktionshallen oder an Außenstandorten ohne Netzabdeckung. Nach Abschluss synchronisieren sich alle Daten automatisch, sodass Befunde und Bewertungen sofort zentral verfügbar sind. Die Kombination aus mobiler Datenerfassung und automatisierter Berichtserstellung eliminiert den zeitaufwändigen Schritt des nachträglichen Übertragens handschriftlicher Notizen vollständig.

Darüber hinaus ermöglichen KI-gestützte Analysen eine systematische Auswertung historischer Auditdaten, sodass wiederkehrende Abweichungen erkannt und gezielte Maßnahmenempfehlungen abgeleitet werden können. Das stärkt den PDCA-Zyklus und macht aus einzelnen Auditergebnissen ein kontinuierliches Verbesserungsinstrument.

Wie cluetec GmbH bei VDA-6.3-Prozessaudits unterstützt

Wir bei cluetec GmbH bieten mit cluetec Audit eine cloudbasierte Lösung, die speziell für die Anforderungen von Prozessaudits nach VDA 6.3 und weiteren Normen wie IATF 16949 und ISO 9001 entwickelt wurde. Unsere Software begleitet den gesamten Auditprozess, von der Planung bis zum Wirksamkeitsnachweis der Maßnahmen.

Konkret unterstützen wir mit folgenden Funktionen:

  • Normkonforme Checklisten: Vorkonfigurierte VDA-6.3-Fragengruppen mit automatischer Punkteberechnung und K.O.-Kriterien-Erkennung
  • Mobile Durchführung: Native App für iOS und Android, vollständig offline-fähig, mit Foto-Dokumentation, Markierfunktion und digitaler Signatur
  • Automatisierte Berichtserstellung: Normkonforme Auditberichte mit korrektem Scoring werden direkt aus den erfassten Daten generiert
  • Maßnahmenmanagement: Lückenlose Verfolgung von Korrekturmaßnahmen inklusive Verantwortlichkeiten, Fristen und Wirksamkeitsnachweis
  • Audit Intelligence: KI-gestützte Analyse historischer Befunde für gezielte Maßnahmenempfehlungen und standortübergreifende Transparenz
  • Schnelle Implementierung: Ready-to-run-Lösung, die ohne lange Einführungsprojekte einsatzbereit ist und sich nahtlos in bestehende Systeme integriert

Namhafte Unternehmen wie Volkswagen, Continental und Kärcher vertrauen bereits auf unsere Lösung. Wenn Sie Ihre Prozessaudits digitalisieren und den Aufwand für VDA-6.3-Audits spürbar reduzieren möchten, sprechen Sie uns gerne an oder fordern Sie eine Demo an.

Noch Fragen zur cluetec Audit Software? Unser Team hilft gerne weiter.

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