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Im QM gibt es mehr als 3 Auditarten – welche wann zählt und wie Sie alle effizient managen.

Im Qualitätsmanagement werden grundsätzlich drei Hauptauditarten unterschieden: Systemaudits, Prozessaudits und Produktaudits. Ergänzt werden diese durch Lieferantenaudits, interne Audits, Zertifizierungsaudits sowie branchenspezifische Spezialformen wie VDA 6.3, LPA oder 5S. Welche Auditart wann zum Einsatz kommt, hängt vom Prüfziel, der Norm und dem Unternehmenskontext ab. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Auditarten im Qualitätsmanagement.

Welche Auditarten werden im Qualitätsmanagement unterschieden?

Im Qualitätsmanagement werden drei grundlegende Auditarten unterschieden: das Systemaudit, das Prozessaudit und das Produktaudit. Ergänzend dazu gibt es das Lieferantenaudit als eigenständige Kategorie sowie branchenspezifische Sonderformen. Jede Auditart verfolgt ein anderes Prüfziel und setzt an einem anderen Punkt im Unternehmensgeschehen an.

Die Einteilung folgt im Wesentlichen der Frage: Was wird geprüft? Beim Systemaudit steht das gesamte Managementsystem im Fokus, beim Prozessaudit einzelne Abläufe und beim Produktaudit das fertige Erzeugnis oder eine Baugruppe. Lieferantenaudits richten den Blick nach außen auf die Leistungsfähigkeit von Zulieferern.

Neben diesen klassischen Kategorien gibt es weitere relevante Auditarten im Überblick, darunter Compliance-Prüfungen, Arbeitssicherheitsaudits (HSEQ) und Inspektionen. Für Unternehmen in der Automobilindustrie kommen normspezifische Formen wie VDA 6.3 oder IATF 16949 hinzu. Die Vielfalt zeigt: Ein gut aufgestelltes Qualitätsmanagementsystem kombiniert in der Regel mehrere Auditarten, um unterschiedliche Risiken und Anforderungen abzudecken.

Was ist der Unterschied zwischen einem Produkt- und einem Prozessaudit?

Ein Produktaudit prüft ein konkretes Erzeugnis auf die Einhaltung definierter Qualitätsmerkmale, während ein Prozessaudit die Abläufe und Methoden bewertet, die zur Herstellung oder Erbringung einer Leistung führen. Der entscheidende Unterschied liegt im Prüfobjekt: beim Produktaudit das Ergebnis, beim Prozessaudit der Weg dorthin.

Produktaudit: Qualität am fertigen Erzeugnis messen

Bei einem Produktaudit werden fertige Produkte, Baugruppen oder Dienstleistungsergebnisse stichprobenartig gegen festgelegte Spezifikationen geprüft. Es geht darum, festzustellen, ob das Endprodukt den Anforderungen des Kunden oder der Norm entspricht. Typische Prüfpunkte sind Maßhaltigkeit, Funktion, Oberfläche oder Vollständigkeit. Die Produktaudit-Checkliste enthält dabei alle relevanten Merkmale, die systematisch abgearbeitet werden.

Prozessaudit: Abläufe und Methoden bewerten

Ein Prozessaudit untersucht, ob ein Fertigungs- oder Dienstleistungsprozess so gestaltet und gesteuert ist, dass er dauerhaft qualitätskonforme Ergebnisse liefern kann. Geprüft werden Arbeitsanweisungen, Maschineneinstellungen, Qualifikationen der Mitarbeitenden, Prüfmittel und die Einhaltung von Vorgaben. Der Fokus liegt nicht auf dem Produkt selbst, sondern auf der Stabilität und Beherrschbarkeit des Prozesses. In der Automobilindustrie ist das Prozessaudit nach VDA 6.3 besonders verbreitet.

Beide Auditarten ergänzen sich sinnvoll: Während das Prozessaudit systematische Schwachstellen im Ablauf aufdeckt, liefert das Produktaudit direktes Feedback über die Outputqualität. Unternehmen, die beide Formen regelmäßig einsetzen, erhalten ein vollständiges Bild ihrer Qualitätslage.

Wann wird ein Lieferantenaudit durchgeführt?

Ein Lieferantenaudit wird durchgeführt, um die Qualitätsfähigkeit und Zuverlässigkeit eines Zulieferers zu bewerten. Es kommt typischerweise vor der Aufnahme eines neuen Lieferanten, bei wiederkehrenden Qualitätsproblemen, im Rahmen einer Zertifizierungsanforderung oder als regelmäßige Überprüfung bestehender Lieferbeziehungen zum Einsatz.

Konkrete Anlässe für ein Lieferantenaudit sind unter anderem:

  • Erstqualifizierung eines neuen Lieferanten vor der Serienfreigabe
  • Wiederholte Lieferprobleme, Reklamationen oder Qualitätsabweichungen
  • Vorgaben durch Normen wie ISO 9001, IATF 16949 oder TISAX
  • Strategische Lieferantenentwicklung im Rahmen eines Lieferantenmanagements
  • Veränderungen beim Lieferanten, etwa Standortwechsel, neue Fertigungsverfahren oder Managementwechsel

Das Lieferantenaudit kann als Systemaudit (Bewertung des Managementsystems beim Lieferanten), als Prozessaudit (Prüfung spezifischer Fertigungsabläufe) oder als Produktaudit (Kontrolle gelieferter Teile) ausgestaltet sein. In der Praxis wird häufig eine Kombination dieser Formen gewählt, um ein umfassendes Bild der Lieferantenfähigkeit zu erhalten. Eine strukturierte Lieferantenaudit-Checkliste sorgt dabei für Vergleichbarkeit über verschiedene Lieferanten hinweg.

Wie unterscheiden sich interne Audits von Zertifizierungsaudits?

Ein internes Audit wird vom Unternehmen selbst durchgeführt, um die Wirksamkeit des eigenen Managementsystems zu überprüfen und Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Ein Zertifizierungsaudit hingegen wird von einer akkreditierten externen Zertifizierungsstelle durchgeführt und entscheidet darüber, ob ein Unternehmen eine Norm wie ISO 9001 oder IATF 16949 erfüllt und ein Zertifikat erhält.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

  • Zweck: Internes Audit dient der kontinuierlichen Verbesserung; Zertifizierungsaudit dient dem Nachweis der Normkonformität gegenüber Dritten.
  • Durchführende: Beim internen Audit sind es eigene, geschulte Auditoren; beim Zertifizierungsaudit externe, unabhängige Prüfer.
  • Häufigkeit: Interne Audits finden regelmäßig statt, oft mehrmals jährlich; Zertifizierungsaudits folgen einem festen Zertifizierungszyklus, typischerweise alle drei Jahre mit jährlichen Überwachungsaudits.
  • Konsequenz: Interne Audits führen zu internen Maßnahmen; Zertifizierungsaudits können zur Erteilung, Aufrechterhaltung oder zum Entzug eines Zertifikats führen.

Interne Audits nach ISO 9001 sind ausdrücklich als Pflichtbestandteil eines zertifizierten Qualitätsmanagementsystems vorgesehen. Sie bereiten Unternehmen auf externe Zertifizierungsaudits vor und helfen dabei, Abweichungen frühzeitig zu erkennen, bevor externe Prüfer sie feststellen. Gut dokumentierte interne Audits sind daher ein zentrales Element der Auditplanung und Auditvorbereitung.

Was sind Spezialauditarten wie VDA 6.3, LPA und 5S?

VDA 6.3, LPA und 5S sind branchenspezifische oder methodische Spezialauditformen, die über die klassischen Auditarten hinausgehen und auf bestimmte Anforderungen oder Philosophien ausgerichtet sind. Sie ergänzen das Standardrepertoire des Qualitätsmanagements und kommen vor allem in der Industrie und im produzierenden Gewerbe zum Einsatz.

VDA 6.3: Prozessaudit in der Automobilindustrie

Der Prozessaudit nach VDA 6.3 ist ein standardisiertes Verfahren des Verbands der Automobilindustrie zur Bewertung von Fertigungs- und Dienstleistungsprozessen in der Automobilzulieferkette. Er folgt einer strukturierten Fragenlogik mit definierten Bewertungsschemata und Abstufungsregeln. Unternehmen, die Teile an Automobilhersteller liefern, werden häufig nach diesem Standard auditiert. Die Ergebnisse fließen direkt in die Lieferantenbewertung ein.

LPA: Layered Process Audit

Das Layered Process Audit (LPA) ist ein Kurzaudit-Konzept, bei dem verschiedene Führungsebenen eines Unternehmens regelmäßig und in kurzen Abständen kritische Prozessschritte überprüfen. Ziel ist es, Abweichungen frühzeitig zu erkennen und eine Kultur der kontinuierlichen Aufmerksamkeit zu etablieren. LPAs sind besonders in der Serienfertigung verbreitet, da sie mit geringem Aufwand eine hohe Prüffrequenz ermöglichen.

5S-Audit: Arbeitsplatzorganisation systematisch prüfen

Das 5S-Audit basiert auf der japanischen 5S-Methode (Sortieren, Systematisieren, Säubern, Standardisieren, Selbstdisziplin) und prüft die Ordnung, Sauberkeit und Organisation von Arbeitsplätzen und Produktionsbereichen. Es ist ein wirksames Instrument, um Verschwendung sichtbar zu machen und sichere, effiziente Arbeitsumgebungen zu fördern. 5S-Audits werden oft als Einstieg in ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem genutzt.

Weitere relevante Spezialformen sind HSEQ-Audits (Health, Safety, Environment, Quality), die Arbeitssicherheit und Umweltschutz in die Qualitätsprüfung integrieren, sowie Compliance-Audits zur Überprüfung der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und ESG-Anforderungen.

Wie lassen sich verschiedene Auditarten digital verwalten?

Verschiedene Auditarten lassen sich digital verwalten, indem eine zentrale Audit-Management-Software eingesetzt wird, die alle Audittypen in einem einzigen System abbildet. Eine solche Lösung ermöglicht die einheitliche Planung, Durchführung, Dokumentation und Nachverfolgung aller Auditarten, unabhängig davon, ob es sich um ein internes Audit, ein Lieferantenaudit oder ein VDA 6.3-Prozessaudit handelt.

Die digitale Verwaltung bietet gegenüber papierbasierten oder Excel-gestützten Ansätzen konkrete Vorteile:

  • Checklisten für unterschiedliche Normen und Auditarten lassen sich zentral erstellen, versionieren und wiederverwenden
  • Auditpläne können mit Intervallen, Verantwortlichkeiten und Risikogewichtungen hinterlegt werden
  • Die Durchführung erfolgt mobil, auch offline, direkt vor Ort in der Produktion oder beim Lieferanten
  • Auditberichte werden automatisch und normkonform generiert, inklusive korrektem Scoring für Normen wie VDA 6.3, ISO 9001 oder 5S
  • Maßnahmen aus Auditbefunden werden automatisch erstellt, mit Verantwortlichen und Fristen versehen und bis zum Wirksamkeitsnachweis verfolgt

Besonders wertvoll ist die Möglichkeit, standortübergreifend vergleichbare Daten zu erzeugen und Trends über mehrere Auditzyklen hinweg sichtbar zu machen. KI-gestützte Analysefunktionen können dabei helfen, Muster in Auditbefunden zu erkennen und gezielte Empfehlungen für den kontinuierlichen Verbesserungsprozess abzuleiten. Mehr dazu bietet ein Blick auf die KI-gestützte Auditanalyse.

Wie cluetec GmbH bei der Verwaltung aller Auditarten hilft

Wir bei cluetec GmbH haben eine cloudbasierte Audit-Management-Software entwickelt, die genau auf die Anforderungen von Unternehmen ausgerichtet ist, die mehrere Auditarten gleichzeitig managen müssen. Mit cluetec Audit lassen sich alle relevanten Auditformen in einem einzigen System abbilden, von internen Audits und Lieferantenaudits über Prozessaudits nach VDA 6.3 bis hin zu 5S-Audits und HSEQ-Prüfungen.

Was unsere Lösung konkret leistet:

  • Alle Auditarten zentral verwalten: Systemaudits, Prozessaudits, Produktaudits, Lieferantenaudits und Spezialformen in einer Plattform
  • Normkonforme Berichtserstellung: Automatisch generierte Auditberichte mit korrektem Scoring für VDA 6.3, ISO 9001, IATF 16949, TISAX, ESG und 5S
  • Mobile Durchführung, auch offline: Audits in Produktionshallen, beim Lieferanten oder an Außenstandorten ohne Netzabdeckung
  • Automatisiertes Maßnahmenmanagement: Aus jedem Auditbefund werden direkt Maßnahmen mit Verantwortlichen, Fristen und Eskalationsmechanismen generiert
  • KI-gestützte Analyse: Unsere Audit Intelligence erkennt Muster, erstellt SWOT-Analysen und liefert Handlungsempfehlungen in Sekundenschnelle
  • Schnelle Implementierung: Ready to run, ohne neue Hardware, mit minimalem IT-Aufwand

Namhafte Unternehmen wie Volkswagen, Fraport und Continental vertrauen bereits auf unsere Lösung. Überzeugen Sie sich selbst und fordern Sie jetzt eine Demo an, um zu sehen, wie cluetec Audit Ihre Auditprozesse nachhaltig vereinfacht.

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