VDA 6.3 nahtlos ins QMS integrieren – so gelingt die normkonforme Einbettung in bestehende Audit-Prozesse.
VDA 6.3 Audits lassen sich in ein bestehendes Qualitätsmanagementsystem integrieren, indem der Prozessaudit-Standard als eigenständiges Modul innerhalb der übergeordneten QMS-Struktur verankert wird. Die Anforderungen der VDA 6.3 Norm, insbesondere die Bewertung von Prozessen entlang der Automobillieferkette, ergänzen dabei bestehende Systemaudits nach ISO 9001 oder IATF 16949, ohne diese zu ersetzen. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Integration von VDA 6.3 in ein funktionierendes QMS.
Welche Anforderungen stellt VDA 6.3 an das Qualitätsmanagementsystem?
VDA 6.3 stellt an das Qualitätsmanagementsystem vor allem die Anforderung, Prozesse systematisch und nachvollziehbar zu bewerten. Der Standard verlangt eine strukturierte Prozessaudit-Methodik, die auf einem Fragenkatalog basiert, Prozessschritte entlang der gesamten Wertschöpfungskette bewertet und Abweichungen mit einem definierten Bewertungsschema klassifiziert. Verantwortlichkeiten, Bewertungsergebnisse und Maßnahmen müssen lückenlos dokumentiert sein.
Konkret fordert VDA 6.3 vom QMS folgende Grundvoraussetzungen:
- Eine klare Definition der zu auditierenden Prozesse und Prozessschritte
- Qualifizierte und zertifizierte Auditoren, die den VDA 6.3 Standard kennen
- Ein strukturiertes Bewertungsschema mit Punktwertung (A-, B-, C-Bewertungen)
- Einen dokumentierten Maßnahmenplan für identifizierte Abweichungen
- Einen Wirksamkeitsnachweis für eingeleitete Korrekturmaßnahmen
- Eine regelmäßige Auditplanung, die die Risikogewichtung berücksichtigt
Besonders wichtig ist, dass VDA 6.3 nicht nur den Ist-Zustand eines Prozesses bewertet, sondern auch die Fähigkeit des Unternehmens prüft, Abweichungen dauerhaft zu beheben. Das QMS muss daher nicht nur die Durchführung von Prozessaudits ermöglichen, sondern auch den gesamten Regelkreis vom Befund bis zur verifizierten Maßnahme abbilden.
Wie unterscheidet sich VDA 6.3 von anderen Audit-Arten im QMS?
VDA 6.3 ist ein Prozessaudit-Standard, der sich von anderen Audit-Arten im QMS vor allem durch seinen spezifischen Fokus auf Produktionsprozesse in der Automobilindustrie und sein strukturiertes Fragenkatalog-Bewertungsmodell unterscheidet. Während ein Systemaudit nach ISO 9001 das gesamte Managementsystem bewertet, prüft VDA 6.3 gezielt einzelne Prozessschritte auf ihre Eignung und Wirksamkeit.
Prozessaudit VDA 6.3 vs. Systemaudit ISO 9001
Ein Systemaudit nach ISO 9001 bewertet, ob das gesamte Qualitätsmanagementsystem den Normforderungen entspricht. Es ist breiter angelegt und betrachtet Strukturen, Verantwortlichkeiten und übergeordnete Prozesse. Das VDA 6.3 Prozessaudit hingegen geht tiefer: Es analysiert einzelne Fertigungs- oder Montageprozesse mit einem standardisierten Fragenkatalog und vergibt Punkte auf Basis definierter Kriterien. Beide Audit-Arten können im QMS parallel existieren und sich gegenseitig ergänzen.
Prozessaudit VDA 6.3 vs. Produktaudit und Lieferantenaudit
Ein Produktaudit prüft das fertige Erzeugnis auf Übereinstimmung mit Spezifikationen, während das VDA 6.3 Prozessaudit den Entstehungsprozess selbst bewertet. Das Lieferantenaudit wiederum kann auf Basis von VDA 6.3 durchgeführt werden, wenn Lieferanten in der Automobillieferkette bewertet werden sollen. In diesem Fall dient VDA 6.3 als methodisches Werkzeug innerhalb des Lieferantenaudit-Prozesses. Diese Unterschiede sind entscheidend dafür, welche Checklisten, Bewertungsschemata und Dokumentationspflichten im QMS hinterlegt werden müssen.
Wie wird ein VDA 6.3 Audit in bestehende QMS-Prozesse eingebettet?
Ein VDA 6.3 Audit wird in bestehende QMS-Prozesse eingebettet, indem es als definierter Audit-Typ in die Auditplanung aufgenommen, mit eigenen Checklisten und Bewertungsschemata ausgestattet und in das bestehende Maßnahmenmanagement integriert wird. Die Einbettung erfolgt schrittweise und orientiert sich am PDCA-Zyklus.
In der Praxis empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
- Auditprogramm ergänzen: Das bestehende Auditprogramm wird um VDA 6.3 Prozessaudits erweitert. Frequenz und Risikogewichtung werden festgelegt, zum Beispiel häufigere Audits bei kritischen Lieferanten oder neuen Produktionsprozessen.
- Checklisten und Fragenkatalog integrieren: Der VDA 6.3 Fragenkatalog wird als eigene Checkliste im QMS hinterlegt. Die Bewertungsschemata (Punktwertung, Reifegrade) müssen dabei exakt der Norm entsprechen.
- Auditoren qualifizieren: Auditoren, die VDA 6.3 Audits durchführen, benötigen eine spezifische Qualifikation. Diese Anforderung sollte im QMS als Kompetenzanforderung dokumentiert sein.
- Maßnahmenmanagement verknüpfen: Befunde aus VDA 6.3 Audits fließen direkt in das bestehende Maßnahmenmanagement ein. Verantwortlichkeiten, Fristen und Wirksamkeitsnachweise werden über denselben Prozess gesteuert wie bei anderen Audit-Arten.
- Berichterstattung standardisieren: Auditberichte nach VDA 6.3 folgen einem definierten Format. Dieses sollte im QMS als Vorlage hinterlegt sein, um normkonforme Berichte konsistent zu erzeugen.
Ein häufig unterschätzter Aspekt ist die Verknüpfung mit dem kontinuierlichen Verbesserungsprozess (KVP). VDA 6.3 Befunde sollten nicht isoliert behandelt werden, sondern als Eingabe in den übergeordneten KVP-Prozess des QMS einfließen, um systemische Schwachstellen dauerhaft zu beheben.
Welche Dokumente und Nachweise sind für VDA 6.3 im QMS erforderlich?
Für VDA 6.3 im QMS sind vor allem der ausgefüllte Fragenkatalog mit Bewertungsergebnissen, der Auditbericht mit Gesamtbewertung, ein dokumentierter Maßnahmenplan sowie Wirksamkeitsnachweise für abgeschlossene Korrekturmaßnahmen erforderlich. Diese Dokumente bilden die Grundlage für Zertifizierungen und Kundenaudits in der Automobilindustrie.
Im Einzelnen umfasst die vollständige Dokumentation:
- Auditplan: Datum, Umfang, beteiligte Prozesse, verantwortliche Auditoren und Ansprechpartner beim Auditierten
- Ausgefüllter VDA 6.3 Fragenkatalog: Alle Fragen mit Bewertung, Begründung und ggf. Fotonachweisen
- Auditbericht: Zusammenfassung der Ergebnisse, Gesamtpunktzahl, Reifegrad und identifizierte Stärken sowie Schwachstellen
- Maßnahmenplan: Konkrete Korrekturmaßnahmen mit Verantwortlichen, Terminen und Prioritäten
- Wirksamkeitsnachweise: Dokumentierte Belege dafür, dass eingeleitete Maßnahmen tatsächlich wirksam waren
- Auditoren-Qualifikationsnachweise: Zertifikate oder Schulungsnachweise der eingesetzten Auditoren
Besonders bei Lieferantenaudits nach VDA 6.3 verlangen Automobilhersteller häufig eine lückenlose Nachvollziehbarkeit aller Befunde und Maßnahmen über mehrere Jahre. Die Dokumentation muss daher revisionssicher abgelegt und jederzeit abrufbar sein. Eine strukturierte Digitalisierung von Prozessaudits schafft hier erhebliche Vorteile gegenüber papierbasierter Ablage.
Wie kann Audit-Management-Software die VDA 6.3 Integration erleichtern?
Audit-Management-Software erleichtert die VDA 6.3 Integration, indem sie den Fragenkatalog als digitale Checkliste hinterlegt, Bewertungsschemata automatisch berechnet, normkonforme Berichte auf Knopfdruck generiert und Maßnahmen direkt aus dem Audit heraus zuweist und verfolgt. Manuelle Übertragungsfehler und Medienbrüche entfallen vollständig.
Konkret bietet eine spezialisierte Audit-Management-Software für VDA 6.3 folgende Vorteile:
- Der VDA 6.3 Fragenkatalog wird einmalig als Vorlage angelegt und kann für jedes Audit wiederverwendet werden
- Bewertungsschemata mit Punktwertung und Reifegradberechnung sind direkt hinterlegt, sodass Auditoren keine manuelle Berechnung vornehmen müssen
- Foto-Dokumentation mit Markierfunktion ermöglicht es, Befunde direkt am Ort des Geschehens visuell zu belegen
- Auditberichte werden automatisch in normkonformem Format erstellt
- Maßnahmen werden direkt im Audit angelegt, Verantwortlichen zugewiesen und mit Fristen versehen
- Offline-Funktionalität ermöglicht die Durchführung auch in Produktionshallen ohne Netzabdeckung
- KI-gestützte Analysen erkennen wiederkehrende Muster und geben Empfehlungen auf Basis historischer Maßnahmen
Ein weiterer Vorteil ist die zentrale Verfügbarkeit aller Audit-Daten. Wenn mehrere Standorte oder Lieferanten nach VDA 6.3 auditiert werden, können Ergebnisse standortübergreifend verglichen und ausgewertet werden. Das schafft Transparenz und ermöglicht fundierte Entscheidungen im Qualitätsmanagement.
Was sind häufige Fehler bei der Integration von VDA 6.3 in das QMS?
Die häufigsten Fehler bei der Integration von VDA 6.3 in das QMS sind unvollständige Dokumentation, fehlende Verknüpfung mit dem Maßnahmenmanagement, unzureichend qualifizierte Auditoren und die Behandlung von VDA 6.3 als isoliertes Audit anstatt als integralen Bestandteil des gesamten Qualitätsprozesses. Diese Fehler führen dazu, dass Audits zwar durchgeführt, aber nicht wirksam genutzt werden.
Im Einzelnen zeigen sich in der Praxis folgende Schwachstellen:
- Fragenkatalog nicht aktuell: VDA 6.3 wird regelmäßig aktualisiert. Wer mit veralteten Checklisten arbeitet, riskiert Lücken in der Normkonformität.
- Bewertung ohne Begründung: Punktwertungen ohne dokumentierte Begründung sind bei Kundenaudits nicht akzeptabel und schwächen die Beweiskraft des Audits.
- Maßnahmen ohne Wirksamkeitsprüfung: Viele Unternehmen definieren Maßnahmen, prüfen aber nicht systematisch, ob diese tatsächlich wirksam waren. Das ist ein zentrales Anforderungsmerkmal von VDA 6.3.
- Audit-Silos: Wenn VDA 6.3 Ergebnisse nicht in das übergeordnete QMS einfließen, werden Verbesserungspotenziale nicht ausgeschöpft.
- Fehlende Auditorenqualifikation: VDA 6.3 setzt spezifische Kenntnisse voraus. Auditoren ohne entsprechende Qualifikation liefern inkonsistente Ergebnisse.
- Papierbasierte Prozesse: Handschriftliche Notizen, Excel-Tabellen und verstreute Dateiablagen führen zu Übertragungsfehlern und erschweren die revisionssichere Ablage.
Ein besonders kritischer Punkt ist die Nachverfolgung von Maßnahmen. Studien aus der Praxis zeigen, dass bei manuellen Prozessen oft Wochen vergehen, bis Korrekturmaßnahmen eingeleitet und verifiziert werden. Digitale Prozesse ermöglichen hier eine nahezu Echtzeit-Reaktion, was die Wirksamkeit des gesamten Audit-Programms erheblich steigert.
Wie cluetec GmbH bei der VDA 6.3 Integration ins QMS hilft
Wir bei cluetec GmbH haben uns auf die vollständige Digitalisierung von Audit-Prozessen spezialisiert und unterstützen Unternehmen dabei, VDA 6.3 nahtlos in ihr bestehendes Qualitätsmanagementsystem zu integrieren. Unsere cloudbasierte Audit-Management-Software wurde speziell für die Anforderungen des industriellen Mittelstands entwickelt und bildet den gesamten VDA 6.3 Prozessaudit-Zyklus digital ab.
Mit unserer Lösung profitieren Sie konkret von:
- Einem vorstrukturierten VDA 6.3 Fragenkatalog, der direkt in der Software hinterlegt und individuell angepasst werden kann
- Automatischer Berechnung von Punktwertungen und Reifegraden nach VDA 6.3 Vorgaben
- Normkonformen Auditberichten, die auf Knopfdruck generiert werden
- Integriertem Maßnahmenmanagement mit Wirksamkeitsnachweis und KI-gestützter Analyse wiederkehrender Befunde
- Offline-fähiger mobiler App für die Durchführung direkt in der Produktion
- Zentraler Datenbasis für standortübergreifende Auswertungen und Vergleiche
- Unterstützung weiterer Normen wie ISO 9001, IATF 16949 und TISAX in einem einzigen System
Namhafte Kunden wie Volkswagen, Continental und Kärcher vertrauen bereits auf unsere Lösung. Unsere Software ist TISAX-zertifiziert, schnell implementierbar und erfordert in der Regel keine neue Hardware. Fordern Sie jetzt eine Demo an und erfahren Sie, wie wir Ihre VDA 6.3 Integration konkret unterstützen können.












