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VDA 6.3, IATF 16949, 6-Phasen-Ablauf: So meistern Automotive-Zulieferer ihr nächstes Lieferantenaudit erfolgreich.

Ein Lieferantenaudit im Automotive-Bereich ist eine strukturierte Bewertung eines Zulieferers hinsichtlich seiner Qualitätsfähigkeit, Prozesssicherheit und Normkonformität. Es dient Automobilherstellern und Tier-1-Zulieferern dazu, Risiken in der Lieferkette frühzeitig zu erkennen und die Produktqualität dauerhaft zu sichern. Die wichtigsten Grundlagen, Abläufe und Anforderungen rund um das Lieferantenaudit Automotive werden in diesem Artikel Schritt für Schritt beantwortet.

Welche Normen und Standards gelten für Lieferantenaudits in der Automobilindustrie?

Für Lieferantenaudits in der Automobilindustrie gelten vor allem die Normen VDA 6.3, IATF 16949 und ISO 9001 als verbindliche Grundlage. Hinzu kommen branchenspezifische Anforderungen wie TISAX für Datensicherheit sowie zunehmend ESG-Kriterien für Nachhaltigkeit in der Lieferkette. Welche Norm konkret angewendet wird, hängt vom Auftraggeber und der Stufe in der Lieferkette ab.

Die VDA 6.3 ist der in Deutschland meistgenutzte Standard für Prozessaudits bei Automobilzulieferern. Sie wurde vom Verband der Automobilindustrie entwickelt und definiert detaillierte Anforderungen an Prozessabläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Viele OEMs wie Volkswagen oder BMW fordern VDA 6.3 explizit als Nachweis der Prozessreife ihrer Lieferanten.

Die IATF 16949 ist ein international anerkannter Standard für Qualitätsmanagementsysteme in der Automobilindustrie, der auf ISO 9001 aufbaut und zusätzliche branchenspezifische Anforderungen enthält. Unternehmen, die weltweit als Automobilzulieferer tätig sind, benötigen in der Regel eine IATF-Zertifizierung.

TISAX (Trusted Information Security Assessment Exchange) ist speziell für den Schutz sensibler Informationen im Automotive-Umfeld konzipiert und wird insbesondere dann relevant, wenn Lieferanten Zugang zu Konstruktionsdaten, Prototypen oder Fahrzeugdaten haben. Ergänzend gewinnen ESG-Anforderungen an Bedeutung: Automobilhersteller prüfen zunehmend, ob Zulieferer ökologische und soziale Mindeststandards einhalten.

Was sind die häufigsten Auditarten bei Lieferanten in der Automobilbranche?

Die häufigsten Auditarten bei Automobilzulieferern sind Prozessaudits nach VDA 6.3, Systemaudits nach IATF 16949 sowie Produktaudits zur Bewertung konkreter Bauteile oder Erzeugnisse. Daneben kommen Potenzialanalysen bei der Lieferantenqualifizierung und Eskalationsaudits bei kritischen Qualitätsproblemen zum Einsatz.

Prozessaudits

Ein Prozessaudit bewertet die Qualitätsfähigkeit einzelner Fertigungsprozesse beim Lieferanten. Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Sind die Prozesse stabil und beherrscht? Werden Fehler systematisch erkannt und behoben? VDA 6.3 liefert hierfür ein detailliertes Fragenportfolio, das Prozessschritte von der Anfrage bis zur Serienlieferung abdeckt.

Produktaudits

Beim Produktaudit steht das fertige Erzeugnis im Fokus. Geprüft wird, ob das gelieferte Teil die vereinbarten Spezifikationen und Zeichnungsanforderungen erfüllt. Diese Auditart wird häufig bei der Serienfreigabe oder nach Qualitätsproblemen eingesetzt.

Systemaudits

Ein Systemaudit bewertet das gesamte Qualitätsmanagementsystem eines Lieferanten, typischerweise auf Basis von IATF 16949 oder ISO 9001. Dabei wird geprüft, ob die organisatorischen Strukturen, Verantwortlichkeiten und Prozesse geeignet sind, dauerhaft konforme Produkte zu liefern.

Wie läuft ein Lieferantenaudit im Automotive-Bereich typischerweise ab?

Ein Lieferantenaudit im Automotive-Bereich folgt einem strukturierten Ablauf in mehreren Phasen: Vorbereitung und Planung, Eröffnungsgespräch, Vor-Ort-Prüfung, Abschlussgespräch sowie Berichterstellung und Maßnahmenmanagement. Dieser Ablauf orientiert sich am PDCA-Zyklus und stellt sicher, dass alle relevanten Kriterien systematisch bewertet werden.

  1. Vorbereitung: Der Auditor legt Prüfumfang, Checklisten und Bewertungskriterien fest. Stammdaten des Lieferanten werden erfasst, Termine koordiniert und alle Beteiligten informiert.
  2. Eröffnungsgespräch: Zu Beginn des Audittermins werden Ziel, Ablauf und Spielregeln mit dem Lieferanten besprochen. Ansprechpartner und Verantwortlichkeiten werden geklärt.
  3. Vor-Ort-Prüfung: Der Auditor bewertet Prozesse, Dokumente und Produkte direkt beim Lieferanten. Abweichungen, Beobachtungen und Stärken werden systematisch erfasst.
  4. Abschlussgespräch: Die wesentlichen Ergebnisse werden dem Lieferanten präsentiert. Kritische Findings werden diskutiert und erste Maßnahmen abgestimmt.
  5. Berichterstellung: Ein vollständiger Auditbericht mit Bewertung, Findings und Empfehlungen wird erstellt und dem Lieferanten übermittelt.
  6. Maßnahmenmanagement: Aus den identifizierten Abweichungen werden konkrete Korrekturmaßnahmen abgeleitet, Verantwortlichkeiten zugewiesen und Fristen vereinbart. Der Wirksamkeitsnachweis schließt den Zyklus ab.

Welche Kriterien werden bei einem Lieferantenaudit nach VDA 6.3 bewertet?

Bei einem Lieferantenaudit nach VDA 6.3 werden sieben Prozesselemente bewertet, die die gesamte Wertschöpfungskette des Lieferanten abdecken. Dazu gehören die Potenzialanalyse, das Projektmanagement, die Planung der Produktrealisierung, Realisierung und Lieferung, der Kundendienst sowie das Management der eigenen Lieferkette.

Die Bewertung erfolgt anhand eines detaillierten Fragenkatalogs. Jede Frage wird mit einem Erfüllungsgrad bewertet, aus dem eine Gesamtpunktzahl errechnet wird. Diese Punktzahl bestimmt die Einstufung des Lieferanten in Kategorien wie “geeignet”, “bedingt geeignet” oder “nicht geeignet”.

Zu den zentralen Bewertungskriterien gehören:

  • Vollständigkeit und Aktualität der Prozessdokumentation
  • Einsatz statistischer Methoden zur Prozessüberwachung
  • Fehlererkennung und Reaktionsschnelligkeit bei Abweichungen
  • Qualifikation und Schulungsstand der Mitarbeitenden
  • Handhabung von Änderungen im Produkt oder Prozess
  • Steuerung und Bewertung der eigenen Unterlieferanten
  • Reklamationsmanagement und Kundenzufriedenheit

Besonderes Gewicht haben sogenannte K.O.-Kriterien: Werden diese nicht erfüllt, führt dies unabhängig von der Gesamtpunktzahl zur Einstufung als “nicht geeignet”. Typische K.O.-Kriterien betreffen den Umgang mit sicherheitsrelevanten Merkmalen oder das Fehlen grundlegender Qualitätssicherungsmaßnahmen.

Wie bereitet man sich als Lieferant optimal auf ein Automotive-Audit vor?

Als Lieferant bereitet man sich optimal auf ein Automotive-Audit vor, indem man frühzeitig eine interne Vorprüfung auf Basis der relevanten Norm durchführt, alle Prozessdokumentationen aktualisiert und identifizierte Lücken vor dem Audittermin schließt. Gute Vorbereitung reduziert das Risiko kritischer Findings erheblich.

Folgende Schritte haben sich in der Praxis bewährt:

  • Internes Voraudit durchführen: Mit der gleichen Checkliste, die der externe Auditor verwenden wird, lassen sich Schwachstellen vorab identifizieren. Das gibt ausreichend Zeit für Korrekturen.
  • Dokumentation prüfen und aktualisieren: Alle relevanten Prozessbeschreibungen, Arbeitsanweisungen, Prüfpläne und Nachweise müssen vollständig, aktuell und leicht auffindbar sein.
  • Mitarbeitende vorbereiten: Beteiligte Mitarbeitende sollten wissen, welche Fragen auf sie zukommen und wie Prozesse korrekt beschrieben werden. Schulungen und interne Übungsgespräche helfen dabei.
  • Maßnahmen aus früheren Audits nachweisen: Offene Punkte aus vergangenen Audits sollten bis zum Audittermin abgeschlossen und mit Wirksamkeitsnachweisen dokumentiert sein.
  • Ansprechpartner benennen: Für jeden Prozessbereich sollte eine verantwortliche Person benannt sein, die kompetent Auskunft geben kann.
  • Lieferantenaudit-Checkliste nutzen: Eine strukturierte Checkliste nach VDA 6.3 oder dem jeweiligen Standard hilft, keinen relevanten Prüfpunkt zu übersehen.

Ein häufiger Fehler ist es, die Vorbereitung zu spät zu beginnen. Besonders wenn Prozessänderungen dokumentiert oder Schulungsnachweise aufgebaut werden müssen, braucht man ausreichend Vorlaufzeit von mindestens vier bis sechs Wochen.

Wie kann digitale Audit-Software den Lieferantenaudit-Prozess verbessern?

Digitale Audit-Software verbessert den Lieferantenaudit-Prozess, indem sie manuelle Dokumentation ersetzt, Checklisten standardisiert, Berichte automatisch generiert und Maßnahmen lückenlos nachverfolgt. Das Ergebnis: weniger Fehler, kürzere Durchlaufzeiten und mehr Transparenz über den gesamten Automotive Audit Prozess.

Gerade im Automotive-Umfeld mit seinen strengen Normanforderungen entstehen durch papierbasierte oder Excel-gestützte Prozesse erhebliche Risiken. Informationen gehen verloren, Berichte werden verspätet erstellt und Maßnahmen werden nicht konsequent verfolgt. Digitale Lösungen beseitigen diese Schwachstellen strukturell.

Konkrete Verbesserungen durch den Einsatz einer Audit-Management-Software sind:

  • Normkonforme Checklisten nach VDA 6.3, IATF oder ISO stehen sofort einsatzbereit zur Verfügung
  • Audits können auch offline in Produktionshallen oder an Außenstandorten ohne Netzverbindung durchgeführt werden
  • Fotos, Sprachnotizen und digitale Unterschriften werden direkt vor Ort erfasst, ohne Medienbrüche
  • Nach der Synchronisierung steht der vollständige Auditbericht automatisch im korrekten Normschema bereit, inklusive Scoring
  • Maßnahmen werden automatisch aus Findings generiert, mit Verantwortlichkeiten und Fristen versehen und per Erinnerungsfunktion verfolgt
  • KI-gestützte Analysen erkennen Muster und Schwachstellen standortübergreifend und liefern automatische Zusammenfassungen

Besonders wertvoll ist die Möglichkeit, KI-gestützte Auswertungen einzusetzen, die historische Auditdaten analysieren und gezielte Empfehlungen für Verbesserungsmaßnahmen liefern. Das verwandelt gesammelte Auditdaten in strategisches Wissen.

Wie cluetec GmbH den Lieferantenaudit-Prozess in der Automobilindustrie unterstützt

Wir bei cluetec GmbH haben uns auf die vollständige Digitalisierung von Audit- und Qualitätsprozessen spezialisiert und unterstützen Automobilunternehmen dabei, ihre Lieferantenaudits effizienter, transparenter und normkonformer zu gestalten. Namhafte Kunden wie Volkswagen und Continental vertrauen bereits auf unsere bewährte Lösung.

Mit cluetec Audit bieten wir eine cloudbasierte SaaS-Lösung, die speziell für die Anforderungen des industriellen Mittelstands und der Automobilindustrie entwickelt wurde:

  • Vorkonfigurierte Checklisten nach VDA 6.3, IATF 16949, ISO 9001 und TISAX für sofortigen Einsatz
  • Native App für iOS und Android mit vollständiger Offline-Fähigkeit, auch in Produktionshallen ohne Netzabdeckung
  • Automatische Berichterstellung im korrekten Normschema, inklusive Scoring und Abstufungsregeln
  • Integriertes Maßnahmenmanagement mit automatischen Erinnerungen, Eskalationsmechanismen und Wirksamkeitsnachweisen
  • KI-Funktion “Audit Intelligence” für Mustererkennung, SWOT-Analysen und standortübergreifende Auswertungen
  • TISAX-zertifiziert und höchsten Datensicherheitsstandards entsprechend
  • Kostenreduktion im Auditprozess von bis zu 80 Prozent und Zeitersparnis von bis zu 50 Prozent

Unsere Lösung ist “ready to run” und kann in kurzer Zeit implementiert werden, ohne aufwendige IT-Projekte oder lange Schulungsphasen. Jetzt Demo anfragen und erleben, wie cluetec Audit Ihren Lieferantenaudit-Prozess im Automotive-Bereich auf das nächste Level bringt.

Noch Fragen zur cluetec Audit Software? Unser Team hilft gerne weiter.

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